Ulrike Übelacker-Kühn
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SEPA - Single Euro Payments Area

Die Harmonisierung des Euro-Zahlungsverkehrs ist beschlossene Sache. Auf der Grundlage einer gesetzlichen Vorgabe der Europäischen Union werden ab 2014 alle nationalen Zahlverfahren für Überweisungen und Lastschriften eingestellt und durch EU-weite einheitliche Zahlverfahren ersetzt. Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA betrifft jeden, besonders jedoch Firmen und Vereine, die Forderungen per Lastschrift einziehen. Beginnen Sie daher frühzeitig, sich mit den teils erheblichen Änderungen zu beschäftigen.
 

Neue BSSB-Win-Version für Gaue und Vereine – SEPA fähig!

 
 
Am 9. September 2013 wird die Version 6 von BSSB Win für Gaue und Vereine veröffentlicht. Diese Version ist SEPA-fähig.
 
Sie können die Version 6 ab 9. September 2013 unter folgendem Link herunterladen:
 
http://www.bssb.de/2kb-downloads.html
 
Vereine müssen lediglich ihre Gläubiger-Identifizierungsnummer (Antrag bei der Deutschen Bundesbank unter www.glaeubiger-id.bundesbank.de) einmalig eintragen; bei Gauen und Bezirken ist diese bereits hinterlegt.
 
In der Version 6 ist insbesondere folgendes zu beachten:
 
  • Mit Installation der Version 6 sind ausschließlich SEPA-Lastschriften möglich. Eine Rückkehr zum „DTAUS"-Verfahren kann nur durch eine komplette Deinstallation der Version 6 und Neuinstallation der Version 5 erreicht werden.
  • Die bereits hinterlegten Bankdaten (Kontonummer, Bankleitzahl) werden automatisch in IBAN und BIC umgewandelt.
  • Die Mandatsreferenznummer (eindeutige Nummer des Zahlungspflichtigen) ist bereits hinterlegt und setzt sich wie folgt zusammen:
            Bei Vereinen: aus Vereinsnummer und einer 4-stelligen Mitgliedsnummer
            Bei Gauen/Bezirken: aus Vereinsnummer
             Eine Änderung der Mandatsreferenznummer ist nicht möglich.
 
  • Der Datenaustausch mit der Bank erfolgt beim Einsatz von SEPA ausschließlich über Online-Banking. Bitte setzen Sie sich rechtzeitig mit Ihrer Hausbank in Verbindung.
Für Rückfragen steht Ihnen Herr Alexander Nelsen (089-316 949-40 oder This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ) zur Verfügung.

 

Was gibt es bei SEPA-Lastschriften zu beachten?

 
 
Inkassovereinbarung
Im Zuge der SEPA-Umstellung muss die mit Ihrer Hausbank geschlossene „Vereinbarung über den Einzug von Forderungen durch Lastschriften" an SEPA angepasst werden. Hierzu ist eine neue Inkasso-Vereinbarung mit Ihrer Hausbank erforderlich.
 
Bisheriges Verfahren endet zum 01.02.2014
Das deutsche Lastschriftverfahren endet zum 01.02.2014. Ab diesem Zeitpunkt können Lastschriften nur noch im Rahmen der neuen SEPA-Verfahren eingereicht werden.
 
IBAN und BIC anstatt Kontonummer und Bankleitzahl
Zur Durchführung von SEPA-Aufträgen benötigen Sie die IBAN (International Bank Account Number) sowie den BIC (Business Identifier Code) zur Identifizierung der Bankverbindung. Im Idealfall haben Sie eine Software (z.B. Vereinsverwaltung oder Banking-Programm), das diese Angaben automatisch anhand der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl ermittelt. BSSB-Win wird die Kontodaten automatisch umwandeln. Diverse Kreditinstitute bieten ebenfalls einen IBAN-Konverter an.
 
IBAN und BIC des eigenen Kontos stehen unter anderem auf jedem Kontoauszug.
 
SEPA-Lastschriftmandat
Bislang haben Sie sich von Ihren Mitgliedern eine Einzugsermächtigung unterschreiben lassen. Unter SEPA spricht man von Mandaten. Stellen Sie sicher, dass für jedes Mitglied ein SEPA-Lastschriftmandat vorliegt. Hierzu gehen Sie wie folgt vor:
 
  • Neue Mitglieder:
    Holen Sie sich ein SEPA-Lastschriftmandant ein.
  • Bestehende Mitglieder:
    Wenn die bisherige Einzugsermächtigung in Schriftform vorliegt, dann kann diese in ein SEPA-Lastschriftmandat umgewidmet werden. Hierzu ist eine schriftliche Information erforderlich. Die Umdeutung in ein Mandat ist erfolgt, wenn der Zahlungspflichtige nicht widerspricht. Es ist keine explizite Zustimmung des Zahlungspflichtigen notwendig.
 
Entsprechende Vorlagen finden Sie im Anschluss.
 
Bitte beachten Sie, dass das Mandat erlischt, wenn es mehr als 36 Monate nicht mehr genutzt wird.
 
 
Gläubiger-Identifikationsnummer
Jeder Zahlungsempfänger benötigt eine eindeutige Identifizierung. Diese Kennung heißt „Gläubiger-Identifikationsnummer". Diese Nummer muss zusammen mit einer Mandatsreferenz der Lastschrift mitgegeben werden.
 
Die Gläubiger-Identifikationsnummer kann online bei der Deutschen Bundesbank beantragt werden: www.glaeubiger-id.bundesbank.de.
Die Bezirke und Gaue des BSSB haben Ihre Gläubiger-Identifikationsnummer bereits erhalten.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Alexander Nelsen ( This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ).
 
 
Mandatsreferenz
Jedes Mandat wird durch eine eindeutige Mandatsreferenz gekennzeichnet. Überlegen Sie sich, wie diese Referenznummern in Ihrem Verein gestaltet sein sollen. Sie können z.B. die Mitgliedsnummer als Mandatsreferenz verwenden. Alternativ nummerieren Sie einfach fortlaufend durch. Beachten Sie dabei, dass bei jedem Einzug sowohl Ihre Gläubiger-Identifikationsnummer als auch die Mandatsreferenz angegeben werden muss.
 
Kündigen Sie Ihre Lastschrifteinzüge rechtzeitig an
Grundsätzlich ist ein SEPA-Lastschrifteinzug rechtzeitig (mindestens 14 Kalendertage vorher –eine individuelle Vereinbarung ist möglich) dem Zahlungspflichtigen mitzuteilen („Pre-Notification"). In einer Mitgliederversammlung kann auf die jährlichen Fälligkeiten hingewiesen werden. Eine weitere Information ist dann nicht mehr notwendig. Die Fälligkeiten, Beträge und Mandatsreferenzen (z.B. Mitgliedsnummer) müssen zusätzlich in den Veröffentlichungsorganen des Vereins mitgeteilt werden (Rundbrief, Vereinsjournal, Internetseite, schwarzes Brett, ...).
Die Ankündigung könnte wie folgt aussehen:
"Wir ziehen den Mitgliedsbeitrag jährlich zum 1. Montag im März ein. Fällt dieser nicht auf einen Bankarbeitstag, erfolgt der Einzug am unmittelbar darauf folgenden Bankarbeitstag."
Die Vorabankündigung könnte auch Bestandteil der Beitrittserklärung oder Satzung sein!
 
Übertragen Sie SEPA-Lastschriften rechtzeitig zur Bank
Bei SEPA-Lastschriften handelt es sich generell um Terminaufträge, die mit einer festgelegten Vorlaufzeit zur Bank übertragen werden müssen. Diese können je nach Kreditinstitut variieren und betragen nach heutigem Stand:
 
  • Erst-und Einmallastschriften: spätestens 6 Geschäftstage vor Fälligkeit
  • Folgelastschriften:                 spätestens 3 Geschäftstage vor Fälligkeit
 
Die erste SEPA-Basis-Lastschrift, die nach dem Wechsel von der Einzugsermächtigungslastschrift erfolgt, muss als Erstlastschrift gekennzeichnet werden. Im Datensatz der eingereichten SEPA-Lastschriften ist das Datum der Unterschrift des Zahlers bzw. das Datum der Unterrichtung des Zahlers über die Umdeutung anzugeben.
 
 
Lastschrifteinreichungen nur per Onlinebanking möglich
SEPA-Lastschriften können ausschließlich per Onlinebanking bei der Bank eingereicht werden. Die Einreichung per Beleg oder Datenträger ist nicht mehr vorgesehen.
 
SEPA-Fähigkeit Ihrer Software
Prüfen Sie Ihre Software zur Verwaltung und Übertragen der Lastschriften (z.B. Vereinsverwaltung oder Banking-Software) auf SEPA-Fähigkeit. BSSB-Win wird voraussichtlich zu Beginn des 2. Halbjahres 2013 SEPA-fähig sein.
 
Widerspruchsfrist
Einer SEPA-Lastschrift kann binnen 8 Wochen ab dem Zeitpunkt der Belastungsbuchung ohne Angabe von Gründen widersprochen werden. Liegt kein gültiges Mandat vor, dann verlängert sich die Widerspruchsfrist auf 13 Monate.
 
Aufbewahrung der Original-Mandate
Die Aufbewahrungsfrist beträgt 14 Monate nach dem letzten Einzug. (Ende der technischen Abwicklungsfrist für die Rückgabe von unautorisierten Lastschriften). Darüber hinaus sind die nationalen Aufbewahrungsfristen (z. B. gemäß HGB) zu beachten.
 
Gültigkeit der Lastschrift-Mandate
  • Die 36-Monatsfrist beginnt mit dem ersten SEPA-Einzug.
  • Wenn ein Mandat innerhalb von 36 Monaten nach letztem Einzug nicht in Anspruch enommen wird, ist das Mandat nicht mehr gültig.
  • Die 36-Monatsfrist wird durch Mandatsänderungen nicht unterbrochen.
 
Checkliste und Vorlagen
Eine Checkliste sowie die obengenannten Vorlagen finden Sie im Anschluss.
 
Weitere Informationen
Wichtige Informationen zu SEPA sowie ausführliche Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier sowie auf der SEPA-Website der Deutschen Bundesbank (www.sepadeutschland.de).
 
Für Rückfragen steht Ihnen Herr Alexander Nelsen gerne zur Verfügung
( This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .de bzw. 089-316 949-40).
 
 

Vorlagen

 
Lastschriftmandat
 
Grundlage für den Einzug von SEPA-Lastschriften ist ein Lastschriftmandat in Schriftform. Die Gestaltung des Mandates ist nicht festgelegt, sondern nur der Inhalt, das die geforderten Pflichtangaben sowie den rechtlich relevanten Mandatstext enthalten muss. (Zum Download eines Muster-SEPA-Lastschriftmandats als .doc-Dokument, klicken Sie bitte auf die nachstehende Grafik.)
 
 Muster Sepa Lastschriftmandat
 
Bitte beachten Sie:
 
  • Stellen Sie sicher, dass für jedes Mitglied ein solches Mandat vorliegt.
  • Alte Einzugsermächtigungen, die schriftlich vorliegen, können in ein SEPA-Lastschriftmandat umgedeutet werden.
 
 
Umdeutung bestehender Einzugsermächtigungen
 
Bereits bestehende Einzugsermächtigungen können unter folgenden Voraussetzungen in ein SEPA-Lastschriftmandat umgedeutet werden:
 
  • Die bisherige Einzugsermächtigung liegt in Schriftform vor.
  • Die Umdeutung erfolgt durch schriftliche Information des Zahlungspflichtigen.
  • In dieser Information sind Ihre Gläubiger-Identifikationsnummer, die Mandatsreferenz sowie der Umstellungstermin angegeben.
  • Die Umdeutung ist erfolgt, wenn der Zahlungspflichtige der Information nicht widerspricht.
 
(Zum Download einer Muster-Umdeutung
Muster Umstellung neu
 
Sie können diese Umdeutung beispielsweise der Einladung zur Mitgliederversammlung beifügen. Denkbar ist ebenfalls eine Mitteilung in den Veröffentlichungsorganen (z.B. Mitglieder-zeitschrift). Stellen Sie jedoch in jedem Fall sicher, dass Sie alle Mitglieder über die Umstellung auf das SEPA-Basis-Lastschriftverfahren rechtzeitig und vollumfänglich informiert haben.
 
Praxistipp: Information über den Kontoauszug
Sie haben auch die Möglichkeit, Ihre Mitglieder mit der letzten nationalen Lastschrift über die erste SEPA-Lastschrift zu informieren.
 
Beispiel eines Verwendungszwecks:
 
Verwendungszweck neu
 

Checkliste zur SEPA-Umstellung zum Download

Zuletzt aktualisiert am Montag, 02. Dezember 2013 11:03 Uhr
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