Ulrike Übelacker-Kühn
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ISSF-Weltcup München beginnt – 15 BSSB-Schützen sind am Start

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Der vorletzte Weltcup vor den Olympischen Spielen in Rio findet vom 21. bis 25. Mai auf der Olympia-Schießanlage statt. Entsprechend gut ist diese nahezu letzte internationale Generalprobe besetzt. 738 Athleten aus 88 Nationen (insgesamt 1.264 Starter) gehen in den zehn olympischen Disziplinen an den Start. Aus bayerischer Sicht gilt es, Barbara Engleder, Selina Gschwandtner, Nina-Laura Kreutzer, Daniel Brodmeier, Michael Janker, Nikolas Schallenberger, Christoph Kaulich, Monika Karsch, Sandra Hornung, Philipp Grimm und Alexander Kindig die Daumen zu drücken. Zudem schießen Maximilian Dallinger, Tobias Piechaczek, Isabella Straub und Yvonne Jaekel um die MQS-Norm.
 
Gleich zum Auftakt am Samstag erwies sich Bayern als zuvorkommender Gastgeber. Nicht nur die Wettkampforganisation war optimal und die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel, sondern auch die Luftgewehrschützen und -schützinnen ließen den auswärtigen Sportfreuden gleich reihenweise den Vortritt. Mit 622,0 Vorkampfringen wurde Michael Janker 54., Nicolas Schallenberger landete mit 616,3 Ringen auf Rang 85. Bester bayerischer Starter war mit 625,7 Ringen der nur in der MQS-Wertung gemeldete Maximilian Dallinger. Der Hesse Julian Justus schaffte auf Vorkampfrang 8 den Einzug ins Finale und verfehlte als Vierter die Medaillenränge nur knapp.
 
Im rein-bayerischen Luftgewehr-Frauenteam war Barbara Engleder mit 417,1 Ringen auf Rang 18 beste, dicht gefolgt von Selina Gschwandtner mit 416,6 Ringen auf Rang 20. Nina-Laura Kreutzer kam mit 409,8 Ringen über den 87. Rang nicht hinaus. Auch hier wurde das beste bayerische Ergebnis in der MQS-Wertung geschossen: Isabelle Straub traf 417,3 Ringe.
 
Erwartungsgemäß ließen auch die Männer mit der Freien Pistole den Gästen den Vortritt. Der bayerische Sportpolizist und Europameister von 2015, Philipp Grimm, sammelte 554 Ringe und wurde 30. Bester Deutscher war Florian Schmidt (Frankfurt/Oder) mit 560 Ringen auf Rang 11. Er war mit dem achtplatzierten Finalisten ringgleich, hatte aber weniger Innenzehner vorzuweisen. Michael Schwald (Hauingen) wurde 26.
 
Auch für Monika Karsch lief es mit der Sportpistole nicht wunschgemäß. Nach dem Präzisionsteil noch aussichtsreich auf Rang 14, rutschte sie nach den Duell-Serien auf Rang 31 ab (287/289). Sandra Hornung wurde 61.Besser machte es da Monika Thurmann (Frankfurt/Oder), sie wurde mit 579 Ringen auf Rang 18 notiert.
 
Daniel Brodmeier und Christoph Kaulich waren am dritten Tag des Weltcups im Liegendkampf an der Reihe. Der Junioren-Weltmeister Christoph Kaulich fand mit 102,9 Ringen in der ersten Serie nicht sonderlich gut in den Wettkampf, steigerte sich dann zwar etwas, musste sich aber mit insgesamt 618,5 Ringen mit dem 64. Rang abfinden – sicherlich kein "Beinbruch" für den jungen Schützen, da gerade im Liegendkampf Routine und Erfahrung einen wesentlichen Teil des Erfolgs ausmachen. Daniel Brodmeier konnte hingegen mit seinen 104,4 Ringen in Serie 1 zufrieden sein. Eine 103,4er-Serie in Durchgang 3 ebneten aber seine Finalhoffnungen ein. Da half auch eine superstarke 106er-Serie im letzten Durchgang nicht mehr viel. Er arbeitet sich damit zwar noch in die Nähe der Finalplätze heran, musste sich dann aber in der Endabrechnung mit 626,9 Ringen und Rang 11 zufrieden geben.
 
Im zweiten Wettkampf des Tages, dem mit der Olympischen Schnellfeuerpistole, war kein bayerischer Teilnehmer am Start. Dennoch gab es Grund genug, dem hessischen Landespolizisten Christian Reitz, der mittlerweile in Regensburg wohnt, die Daumen zu drücken. Der junge Athlet musste dann all seinen Kampfgeist aufbieten, um nicht bereits nach der fünften Serie aus dem Rennen zu fallen. Hier setzte er sich im Shoot-off durch, um nach der nächsten Serie gleich wieder ringgleich in ein Stechen um das Weiterkommen zu geraten. Aber auch hier bewies Christian Reitz Nervenstärke, gewann das Shoot-off, und hatte damit die Bronzemedaille schon sicher. Als er sich nach der 7. Serie abermals ringgleich in einem weiteren Shoot-off mit dem Franzosen Jean Quiquampoix vergleichen musste, zog er den Kürzeren. Somit gewann der Franzose Silber hinter dem Chinesen Fusheng Zhang.
 
Das DSB-Trio fehlte beim heutigen Dreistellungskampf der Frauen das berühmte Quäntchen Glück. Barbara Engleder, die Weltmeisterin von 2010 in dieser Disziplin, hatte gestern eine optimale Elimination mit 588 Ringen und Rang 2 abgeliefert. Heute, bei extremem Wetter mit Kälte und Dauerregen, glückten ihr "nur" 582 Ringe – ein Ring zu wenig, um sich für das Finale zu qualifizieren. Noch härter traf es Eva Roesken. Sie erzielte, wie die Vorkampf-Sechstplatzierte, 583 Ringe und schrappte wegen der geringeren Innenzehner-Ausbeute haarscharf auf Rang 9 am Finaleinzug vorbei. Beate Koestel erreichte mit 580 Ringen Rang 25.
 
Dieser Wettkampf war auch die letzte mannschaftsinterne Qualifikation für die begehrten Olympia-Startplätze. Sicher ist jetzt, dass Barbara Engleder in Rio sowohl mit dem Luftgewehr als auch im Dreistellungskampf an den Start gehen wird. Mit dabei ist auch Selina Gschwandtner mit dem Luftgewehr.
 
Erfreuliches gibt es auch von den Luftpistolen-Männern: Alexander Kindig traf im Vorkampf sensationelle 585 Ringe und qualifizierte sich als Sechster für das Finale. Der Juniorenweltmeister startete mit einer 10,2 gut in den Endkampf und lag sogar lange Zeit in Führung, bevor ihn zwei Neuner im 14. und 15. Finalschuss ins Hintertreffen brachten und ein 5. Rang heraussprang. Eine Spitzenleistung des 21-Jährigen in seinem ersten Erwachsenenfinale! Mit einer sehr guten Leistung überzeugte auch Philipp Grimm. Der junge Sportpolizist erzielte 580 Ringe und wurde damit auf Rang 18 notiert.
 
Auch am letzten Wettkampftag setzte sich die Tendenz der bayerischen Cracks fort – es wollte einfach nicht wie gewünscht laufen. Im Dreistellungskampf der Männer herrschten akzeptable äußere Bedingungen. Es war zwar ziemlich "schattig", dafür aber windstill. Trotzdem kam Daniel Brodmeier nicht über einen 43. Platz hinaus. Waren bei der Elimination am Vortag noch 1176 Ringe für ihn zu Buche gestanden, fielen in der Qualifikation nur 1167 Ringe. Ähnlich erging es Michael Janker. Am Vortag hatte der junge Sportpolizist noch mit 1177 Ringen in der Elimination aufhorchen lassen, in der Qualifikation sammelte er dann aber "nur" 1166 Zähler und wurde im Endklassement auf Rang 45 geführt.
 
Stark schoss Monika Karsch im Wettbewerb der Luftpistolen-Frauen auf. 384 Ringe gaben Hoffnung auf eine Finalteilnahme. Am Ende reichte es dann nicht ganz – ihr fehlte ein Ring, um ins Finale einzuziehen. Am Ende wurde es ein erfreulicher elfter Rang.
 
Damit ist der Weltcup München 2016 Geschichte. Sicherlich hätten sich die bayerischen Fans einige Medaillen oder wenigsten Finalteilnahmen mehr erhofft – schließlich ist die Olympia-Schießanlage die Heimtrainingsstätte der bayerischen DSB-Kaderschützen. Fest stehen jetzt aber die Olympia-Teilnehmer, die Deutschland bei den Olympischen Spielen in Rio repräsentieren werden. Aber zuvor geht es noch zum letzten Weltcup nach Baku, vielleicht gelingt es unseren bayerischen Cracks dort noch Selbstvertrauen für die Spiele zu tanken.
 
 
Live-Mitschnitte der Finals, Fotos und Ergebnisse finden Sie auf den Seiten der ISSF.
 
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 25. Mai 2016 12:00 Uhr