Ulrike Übelacker-Kühn
Drucken

Bayerische Meisterschaft in Hochbrück – olympisches Wochenende, Tag 2

bssb Barbara Engleder BM 16
 
Das Wetter meinte es wieder gut mit den Schützen. Bedeckter Himmel bei angenehmen Temperaturen – so präsentierte sich der Wettkampfsamstag des „olympischen Wochenendes" auf der Olympia-Schießanlage. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Blasrohrsport, einem Wurfscheibenschießen für jedermann mittels Schießkino und vielem mehr sorgte dafür, dass es den Zuschauern zwischen den Finales nicht langweilig wurde. Und wie in den Vorjahren sorgten zahlreiche Aussteller für Messestimmung auf der Anlage. In der Finalhalle sorgten die Sportler für spannende Unterhaltung – durch die Bank wurde "großer Sport" geboten.
 
Der Reigen der Finales begann mit den nicht-olympischen Juniorenklassen der Luftpistolendisziplin. Die beiden Finals für die weiblichen und männlichen Starter wurden als „Doppel-Finale durchgeführt, eine Wettkampfpräsentation, die auf internationalem Niveau ausschließlich auf der Olympia-Schießanlage Hochbrück durchgeführt werden kann. Bei den Junioren  entschied Simon Rogg (Kgl. priv. SG Burgau) die Konkurrenz für sich, und bei den Juniorinnen war Susanne Roß (SG Eichenlaub Raubling) erfolgreich. Erfreulich war, dass nur eine Schützinnen in beiden Finales auf die Teilnahme verzichtet hatte; in den Vorjahren waren die Junioren-Endrunde wegen mangelnden Interesses teilweise ganz abgesagt worden.
 
Daniel Brodmeier (Leistungsverein des Donaugaus Regensburg) war mit zehn Ringen Vorsprung aus dem Vorkampf auf den Nächstplatzierten Sebastian Franz (Kgl. priv. FSG Abensberg) mit dem Kleinkalibergewehr 3x40 gekommen. Noch weiter hinten lagen der für den Leistungsverein des Donaugaus Regensburg angetretenen Michael Janker, der als Dritter bereits 15 Ringe Rückstand auf seinen Vereinskameraden hinnehmen musste. Aber im Finale kann sich ja noch so manches ändern. Das Duell zwischen Daniel Brodmeier und Michael Janker gestaltete sich weitaus enger als dies der Vorkampf erwarten ließ. 2,7 Ringe trennten am Ende die beiden Kontrahenten, und die 462,0 Finalringe des für die Olympischen Spiele als Doppelstarter nominierten Daniel Brodmeier waren zwar sicher keine Weltklasseleistung, aber dennoch ein Ergebnis, das Hoffnung macht. Bleibt noch Nicolas Schallenberger (ebenfalls Leistungsverein des Donaugaus Regensburg), der mit 448,9 Finalringen Bronze holte.
 
Das nächste Finale gehörte den Damen mit der Sportpistole. Wieder war Sandra Hornung (Kgl. priv. SGi Straubing) diesmal mit 586 Ringen und einem Vorsprung von fünf Zählern auf die Vorkampfzweite Monika Karsch (Kgl. priv. HSG Regensburg) in die Endrunde eingezogen. Und wieder nahm die für die Olympischen Spiele nominierte Regensburgerin das Heft an sich. Nach dem „großen" Finale standen für sie 19 Treffer gut geschrieben, das war der sichere Platz ganz oben auf dem Trepperl. Sandra Hornung musste sogar noch Carina Wimmer (Kgl. priv. FSG Schützenbrüder Landau) an sich vorbeiziehen lassen und schließlich im „kleinen" Finale um Bronze kämpfen. Zwölf Treffer machten sie zur Siegerin in dieser „Trostrunde". Für die Landauerin war es zwei Treffer mehr, die ihr das Silber brachten.
 
Tobias Piechaczek (Kgl. priv. FSG 1466 Kempten) vor Manuel Heilgemeier (Kgl. priv. FSG Kempten), Michael Heise (Kgl. priv. HSG München) und Alexander Kindig (Kgl. priv. SG Burgau)– das war die Vorkampfreihung der Luftpistolen-Konkurrenz der Herren. Die Endrunde sollte indes die Sache von Alexander Kindig werden, auch wenn es zum Ende für ihn noch eng wurde. Denn Manuel Heilgemeier drehte nach verhaltenem Beginn mächtig auf. Und wenn seine beiden letzten Schüsse besser gewesen wären, dann wäre das Meisterschaftsgold durchaus ein Thema für ihn geworden. So ging der Sieg mit 200,5 Ringen und einem Vorsprung von 1,6 Ringen an Alexander Kindig, dessen Leistung um so höher angerechnet werden muss, weil er das erste Jahr in der Schützenklasse steht. Und da ist ein Ergebnis über der 200-Ringe-Marke schon aller Ehren wert.
 
Zum Abschluss des Wettkampfsamstags erlebten die Zuschauer in der Finalhalle einen Endkampf der absoluten Weltspitze. Die Luftgewehrdamen kämpften um das Meistergold als wäre es bereits das olympische. Aus dem Vorkampf war die diese Disziplin für die Isar-Schützen Plattling schießende Barbara Eng­le­der mit 399 Ringen als Beste hervorgegangen, aber auch Isabella Straub (Kgl. priv. HSG München) und Sonja Pfeilschifter (sie schoss für die Kgl. priv. FSG Miesbach) meldeten mit 398 Ringen ihre Ansprüche auf den Bayerischen Meistertitel an. Für den Einzug ins Finale waren 396 Ringe vonnöten. Zusammen mit Nina Laura Kreutzer (Kgl. priv. HSG München) und Selina Gschwandtner (Kgl. priv. HSG München) boten die Luftgewehrdamen einen spannenden Wettkampf, der keine Wünsche offenließ. Isabella Straub kam nicht so recht in die Endrunde, und auch für Nina Laura Kreutzer sah es nach den beiden ersten Drei-Schuss-Serien nicht sonderlich gut aus. Während die Oberfränkin Gas gab und schnell wieder den Anschluss schaffte, musste Isabella Straub als Sechste vom Stand treten. Dieses Schicksal ereilte von den Favoriten Selina Gschwandtner als nächste. Sie musste mit dem undankbaren vierten Rang vorliebnehmen. Dann erwischte es Nina Laura Kreutzer. Nach einer Neun und einem schwachen Zehner fehlten ihr sechs Zehntelringe auf Sonja Pfeilschifter, die aber nach den beiden letzten Finalschüssen endgültig in Barbara Engleder ihre Meisterin fand. Mit 209,8 und einem souveränen Vorsprung von 1,4 Ringen der Olympia-Starterin der Meistertitel sicher.
 
Auf die Finals verzichtet hatten die Wurfscheibenschützen. Das war um so bedauerlicher, weil so ein Stechen bei den Trapschützen entscheiden musste. Manfred Günther (SV Wachholderbusch) und Korbinian Niedermeier (FSG Isen) waren aus dem „Vorkampf mit jeweils 116 Treffern hervorgegangen. Der Oberfranke brauchte dann drei Scheiben, bis er den Oberbayer auf den Silberrang verdrängt hatte. Ein Finale – und sei es nach den neuen Regeln noch so aufwändig – wäre sicherlich die reizvollere Lösung gewesen. Und ein bisschen mehr Wettkampfroutine für die „Deutsche" hätte eine solche Endrunde sicher auch gebracht. Bei den Trap-Damen wurde Petra König (WTC Thannhausen) vor Julia Eisenrieder (FSG Isen) Bayerische Meisterin. Beide hatten nach den 75 Scheiben jeweils 65 getroffen. Auch hier brachte das Stechen die Entscheidung, das bereits nach dem zweiten Ziel entschieden war.
 
Am "olympischen Wochenende" sind die Ergebnisse via Live-Ticker mitverfolgbar.
Die vollständigen Ergebnisse der Meisterschaften finden Sie hier.
Ebenso sind Bilder aller Bayerischen Meister in Druckauflösung (auch zur Weitergabe an die örtliche Presse) eingestellt. Zum Herunterladen klicken Sie bitte auf den grünen Pfeil unterhalb des rechten Bildecks.
 
 
 
Zuletzt aktualisiert am Montag, 30. November -0001 01:00 Uhr