Ulrike Übelacker-Kühn
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Internationaler Wettkampf auf der Olympia-Schießanlage

bssb Zuschauer_Finale
 
Der Internationale Wettkampf für Luftdruckwaffen begann – zumindest für die bayerischen Starter – ausbaufähig. Keine unserer Luftpistolen-Juniorinnen schaffte den Einzug ins Finale. Mit nur einem Ring Abstand verpasste Lea Kleesattel mit 376 Ringen die acht Qualifikationsränge und wurde Zehnte. Der Sieg ging an die Tschechin Denisa Bezdecna, die bereits den Vorkampf mit 382 Ringen gewonnen hatte. Im Finale setzte sie 235,2 Ringe nach und wurde damit vor Miroslava Mincheva (Bulgarien) und Karen Quezada (Mexiko) Erste.
 
Auch im zweiten Finale, dem der Luftpistolen-Frauen, lief es für die bayerischen Starterinnen nicht nach Plan. Sandra Reitz (geb. Hornung) traf 380 Ringe und wurde damit auf Rang 19 notiert. Ihr fehlten vier Ringe zur Finalqualifikation. Besser machte es da Stefanie Thurmann (Brandenburg), die mit 384 Ringen einen der Finalplätze ergatterte. Nach schwachem Finalstart kam Stefanie in Fahrt, doch ihre abschließenden hohen Zehner (10,8; 10,7 und 10,6) reichten nicht mehr, um den Abstand zu kompensieren. Sie wurde Sechste. Die Goldmedaille sicherte sich der olympische Champion Anna Korakaki aus Griechenland, Silber ging an Olean Kostevych (Ukraine), Bronze an Zorana Arunovic (Serbien).
 
Im dritten Wettkampf des Tages, dem der Luftpistolen-Junioren, fehlten dem "Neu-Bayern" Aleksandar Todorov mit 571 Ringen zwei Ringe für die Runde der besten Acht. Den letzten Finalplatz hatte der Baden-Württemberger Robin Walter mit 573 Treffern ergattert. Der Junior kam hervorragend in den Wettkampf und rangierte von Anfang an aussichtsreich auf den Medaillenplätzen. Doch eine 8,0 im elften Schuss machten seine Hoffnungen zunichte. Dennoch war der fünfte Rang eine passable Ausbeute. Der Sieg ging an den Russen Anton Aristarkhov vor Alessio Torracchi (Italien) und Tsotne Machavariani (Georgien).
 
Die Pechsträhne der bayerischen Equipe setzte sich auch im Wettkampf der Luftgewehr-Juniorinnen fort. Verena Schmid, Sabrina Hößl und Antonia Back zeigten sehr gute Leistungen, dennoch reichte es nicht für den Finaleinzug. Verena Schmid als Beste des Trios sammelte 414,9 Ringe und kam damit auf Rang 12. Für den Finaleintritt wären 415,4 Ringe gefordert gewesen, die für Anna Janshen (Rheinischer Schützenbund) zu Buche standen. Die kam auch im Finale gut in Tritt und "schnupperte" schon an einer Medaille. Eine 9,7 und 9,3 in Schuss 19 und 20 erledigten aber die Medaillenhoffnungen, und es blieb nur der undankbare vierte Platz. Die Goldmedaille machten zwei Französinnen miteinander aus. Gold ging an Judith Gomes und Silber an Jade Bordet. Die Russin Maria Ivanova freute sich über Bronze.
 
Bei den Junioren mit dem Luftgewehr tat sich dann doch schon eine größere Lücke zwischen den bayerisch-deutschen Teilnehmern und der Weltspitze auf. Dem besten Deutschen, David Könders, fehlten mit 621,0 Ringen 2,7 Ringe zu Vorkampfplatz 8 – er wurde Sechzehnter. Der beste bayerische Starter, Maximilian Ulbrich, erreichte mit 619,7 Ringen Rang 32. Im Finale sicherte sich der Kroate Borna Petanjek Gold, Silber ging an den Ungarn Zalan Peklar, und Bronze sicherte sich Stefan Jovanovic (Serbien).
 
Der erstmals bei den Männern mitschießende Maximilian Dallinger hatte beim letzten Finale des Tages, der Entscheidung in der Disziplin Luftgewehr Männer, seinen großen Auftritt. Der für die bayerische Mannschaft schießende Sportpolizist hatte sich als einziger DSB- bzw. BSSB-Schütze sicher für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Nach der ersten Fünf-Schuss-Serie lag der Oberbayer aus Lengdorf auf Rang 7, arbeitete sich aber nach der zweiten Fünf-Schuss-Serie auf den Silberrang vor. Im Verlaufe der folgenden Zwei-Schuss-Serien fiel er wieder zurück; belegte lange Zeit den vierten Platz, bis nach einer 10,1 – in diesem hochklassigen Finale ein eher schwacher Schuss – das Aus als Fünfter kam. Es siegte mit einem Vorsprung von 3,7 Ringen der Ungar Istvan Peni (253,1 Finalringe) vor dem Österreicher Alexander Schmirl und dem Russen Vladimir Maslennikov. Der für die deutsche Auswahl schießende Julian Justus beendete seinen Wettkampf als 25., Nicolas Schallenberger wurde 48.
 
Deutlich besser kamen die Luftgewehr-Junioren in ihrem zweiten Wettkampf dieses IWK in Schuss. Der Hesse David Könders erreichte mit 625,0 Ringen auf Rang 6 diesmal das Finale. Allerdings begann er hier sehr nervös und kam in der ersten Fünf-Schuss-Serie nicht über 48,8 Ringe hinaus. Damit war der Abstand zu seinen Mitkonkurrenten schon fast uneinholbar. David Könders wurde Achter. Bester bayerischer Starter war Maximilian Simbeck mit 620,7 Ringen auf Rang 19. Das Kopf-an-Kopf-Rennen um Gold entschied mit den letzten beiden Schüssen der Japaner Atsushi Shimada für sich. Silber ging an den Gewinner des Vortags Borna Petanjek (Kroatien), und Nicolas Mompach (Frankreich) wurde mit Bronze belohnt.
 
Den ersten "Kracher" dieses IWKs legten aus deutscher Sicht die Luftgewehr-Juniorinnen hin. Gleich drei Mädels qualifizierten sich für's Finale. Nur schade, dass darunter keine bayerische Starterin war. Verena Schmid, die gestern noch nahe an die Finalplätze herangerückt war, musste sich heute mit 412,5 Ringen und Rang 36 zufrieden geben. Sabrina Hößl landete mit der gleichen Ringzahl auf Rang 38, und Antonia Back wurde 45. Das bayerische Quartett komplettierte Barbara Fricke auf Rang 71. Im engen Finale konnte sich das deutsche Trio bis zum 14. Finalschuss behaupten, bis für Selina Zimmermann auf Rang 6 das Aus kam. Ihre Kaderkollegin Jana Heck folgte ihr nach den nächsten beiden Schüssen und wurde Sechste. Anna Janshen hingegen hatte ihren ganz großen Auftritt. Sie behielt die Nerven, als ihre internationalen Konkurrentinnen zu wackeln begannen und gewann mit einem Vorsprung von 1,2 Ringen Gold. Herzlichen Glückwunsch. Silber sicherte sich die Italienerin Alessandra Luciani, und Bronze ging an Nikola Foistova aus Tschechien.
 
Eines der Highlights im Reigen der Wettkämpfe ist immer der Luftgewehr-Wettbewerb der Frauen. Leider fand das Finale ohne bayerisch-deutsche Beteiligung statt. Selina Gschwandtner kam zwar sehr nah an die Finalplätze 'ran, allerdings bedeuteten ihre 416,8 Ringe in dem leistungsstarken Starterfeld dann doch "nur" Rang 12. Erfreulich ist auch die sehr gute Leistung der jungen Anna-Lena Kinateder, die mit 416,6 Ringen auftrumpfte und mit Rang 14 belohnt wurde. Siegerin des Wettkampfs wurde die Tschechin Nikola Mazurova vor Snjecana Pejcic (Kroatien) und Sarah Beard (USA).
 
In der Zwischenzeit hatten die Luftpistolen-Männer ihren ersten Vorentscheid aufgenommen. Der in der deutschen Equipe startende bayerische Sportpolizist Philipp Grimm schlug sich achtbar und kam mit 575 Ringen auf Rang 21 – allerdings fehlten ihm zum Finaleinzug dann doch sechs Ringe. Knapp hinter ihm kam mit der selben Ringzahl Michael Heise auf Rang 23, während die beiden weiteren Bayern-Team-Schützen jenseits der 40 platziert wurden. Erfreulicherweise erreichten aber zwei Schützen des DSB-Teams die Runde der besten Acht. Der Wahlbayer Christian Reitz hatte sehr gute 582 Ringe gesammelt, welche ihm Vorkampfplatz 4 brachten. Michael Schwald (Baden) schaffte auf Rang 8 mit 581 ebenfalls den Einzug ins Finale. Christian Reitz tat sich schwer. Es wollten nahezu keine Zehner fallen – damit kam das frühe Aus auf Rang 7 nicht unerwartet. Michael Schwald platzierte einige gute Zehner, bis zwei Achter sein Schicksal besiegelten. In der Endabrechnung wurde er auf Rang 5 notiert. Gold gewann Jindrich Dubovy (Tschechien) vor Pavlo Korostylov (Ukraine) und Dimitrije Grgic (Serbien).
 
Ebenfalls ohne deutsche Beteiligung wurde die Finalrunde der Luftpistolen Juniorinnenausgetragen. Die Oberbayerin Andrea Heckner wurde mit 375 Ringen und Platz 12 beste deutsche Teilnehmerin; für den Einzug in die Runde der letzten Acht wären 378 Zähler erforderlich gewesen. In einem spannenden Finale holte die Ungarin Veronika Major die goldene Medaille mit 243,3 Ringen. Lediglich ein Zehntelring trennte sie vor der zweitplatzierten Mathilde Lamolle (Frankreich), Bronze ging an Viktoria Egri (Ungarn).
 
Auch zum letzten Wettkampf des zweiten IWK-Tages, dem Finale der Luftpistolen-Junioren, hatte sich kein deutscher Teilnehmer qualifiziert. Der für die Kgl. priv. HSG München startende Aleksandar Todorov hatte nur wegen des schwächeren Innenzehnerverhältnisses die Endrunde mit 574 Ringen verfehlt, er wurde als Zehnter platziert. Nur einen Rang dahinter hatte sich der Neu-Brandenburger Theo Hadrath (Mecklenburg-Vorpommern) eingereiht.
 
Am dritten Wettkampftag des IWK starteten die Luftpistolen-Männer ihren zweiten Wettkampf. Leider schaffte keiner der bayerisch-deutschen Teilnehmer den Einzug in die Runde der letzten Acht. Michael Schwald hatte zwar mit 581 Ringen ebensoviele wie der Achtplatzierte getroffen, musste aber wegen der schlechteren Innenzehnerzahl dem Slowenen Kevin Venta den Vortritt lassen und wurde auf Rang 9 platziert. Die besten drei bayerischen Starter – Alexander Kindig, Philipp Grimm und Tobias Piechaczek – trafen jeweils 578 Ringe und kamen damit auf die Plätze 18, 20 und 23. Sieger wurde der Slowake Juraj Tuzinsky, gefolgt von Dimitrij Grgic (Serbien) und Giuseppe Giordano (Italien).
 
Stefanie Thurmann holte die erste Medaille dieser internationalen Wettkämpfe für den Deutschen Schützenbund! Bei den Luftpistolen-Frauen erreichte Stefanie Thurmann (wie beim ersten Wettkampf am Donnerstag) mit 383 Ringen den Finaleinzug. Nach den beiden Fünf-Schuss-Serien rangierte sie bereits aussichtsreich auf Rang 4 und erarbeitete sich mit hohen Zehnern die Spitze. Mit einem komfortablen Polster von 1,5 Ringen auf ihre Verfolgerinnen holte sich Stefanie Thurmann mit 242,8 Ringen die Goldmedaille. Zweite wurde die Polin Klaudia Bres vor Vitalina Batsarashkina (Russland). Die bayerischen Starterinnen landeten deutlich abgeschlagen auf der zweiten Seite der Ergebnisliste.
 
Selina Gschwandtner hat den Finaleinzug in der Konkurrenz der Luftgewehr-Frauen gemeistert. Mit 419,2 Ringen erreichte sie den dritten Platz im Vorkampf. Nach längeren Unterbrechungen aufgrund von Softwareproblemen der Firma SIUS kam Selina etwas aus dem Tritt. Dennoch erreichte sie einen sehr guten fünften Platz. Auch die weiteren bayerischen Starterinnen zeigten gute Leistungen. Anna-Lena Kinateder kam in ihrem ersten "Erwachsenen-Jahr" mit 415,4 Ringen auf Rang 28, Isabella Straub mit dem selben Ergebnis auf Rang 30. Siegerin des Wettkampfs wurde die Kroatin Snjecana Pejcic vor der Tschechin Nikola Mazurova und Elizabeth Gratz (USA).
 
Gold für Maximilian Dallinger! Zum Abschluss der Wettbewerbe des Internationalen Wettkampfs München durften wir noch einmal Maximilian Dallinger im Finale der Luftgewehr-Männer anfeuern. Wie am Vortag hatte er sich mit 628,6 Ringen auf Vorkampfrang 5 einen Startplatz im Finale gesichert. Maxi kam gut ins Finale und hielt sich von Anfang an im oberen Drittel. Nach der Hälfte des Wettbewerbs schien klar, dass Maxi wohl eine Medaille gewinnen würde – es sah nach Bronze aus. Doch dann startete der junge Sportpolizist durch. Zuerst verdrängte er Istvan Peni (Ungarn) vom sicher geglaubten Silberrang und dann gelang es ihm, mit dem allerletzten Schuss, auch noch den Russen Sergei Kamenskii "zu schnupfen". Gold und ein Spitzenerfolg für Maximilian Dallinger in seiner ersten Schießsaison bei den Erwachsenen. Die weiteren bayerischen Starter wurden auf den Rängen 36 (Maximilian Wolf, 624,1 Ringe), 58 (Nicolas Schallenberger, 620,4 Ringe) und 66 (Sebastian Franz, 617,1 Ringe) notiert.
 
 
 
Fotos der Finalisten und Siegerehrungen finden Sie hier.
Zuletzt aktualisiert am Montag, 30. Januar 2017 09:26 Uhr