Ulrike Übelacker-Kühn
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ISSF-Weltcup München 2017 – acht BSSB-Schützen sind mit dabei

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753 Athleten aus 80 Nationen wetteifern vom 19. bis 23. Mai auf der Olympia-Schießanlage in Garching Hochbrück um Medaillen. In den zehn Wettbewerben gehen acht bayerische Schützinnen und Schützen an den Start. Wir halten Monika Karsch, Sandra Reitz, Selina Gschwandtner, Christian Reitz, Michael Heise, Philipp Grimm, Maximilian Dallinger und Michael Janker die Daumen. Unsere Top-Athleten würden sich freuen, wenn sie von vielen, vielen bayerischen Schlachtenbummlern in der Pistolen-, Druckluft- und Finalhalle auf der Olympia-Schießanlage angefeuert werden würden!
 
Los gingen die Wettbewerbe mit den Luftgewehr-Männern. Mit Maximilian Dallinger und Michael Janker war Bayern in der Konkurrenz gut vertreten. Michael musste gleich im ersten Durchgang ran. Drei Neuner und etliche schwache Zehner reichten in dem höchstklassig besetzten Starterfeld nicht, um mit insgesamt 625,1 Ringen über Rang 25 hinauszukommen. Maxi Dallinger kam deutlich besser in den Wettkampf und rangierte in den ersten fünf Serien aussichtsreich auf Finalplätzen. Eine 9,6 im 52. Schuss katapultierte ihn dann aus den Qualifikationsrängen. Mit 626,7 Ringen wurde er 13. Trotzdem haben unsere Männer gezeigt, dass sie durchaus Anschluss an das internationale Starterfeld haben und mit etwas Glück auch bei der Medaillenvergabe mitreden können. Gold ging mit neuem Weltrekord an den Russen Sergey Kamenskiy.
 
Eine Spitzenleistung zeigte unsere Juniorin Sabrina Hößl in der MQS-Wertung der Luftgewehr-Frauen. Mit 416,3 Ringen übersprang sie die Qualihürde von 392 locker.
 
Einen rabenschwarzen Tag erwischte Selina Gschwandtner bei den Luftgewehr-Frauen. Sie schoss mit einer 9,9 an, kam dann aber recht gut in Tritt. Aber ihre Treffer waren zu inkonstant, wechselten von hohen Zehnern schlagartig in schwache, oder es leuchtete eine Neun auf. Nach dem ersten Durchgang lag sie mit 413,9 Ringen bereits abgeschlagen auf dem 24. Rang, am Ende war es dann Platz 53. Gold sicherte sich die Rumänin Laura Georgeta Ilie.
 
Außerdem fand bereits der erste Teil, die Präzision, des Sportpistolen-Wettbewerbs der Frauen statt. Unsere Olympiamedaillengewinnerin Monika Karsch sammelte 283 Ringe und rangierte damit vorläufig auf Rang 46. Am Samstag fand dann der Schnellfeuerteil des Sportpistolenwettkampfs statt und Monika Karsch war hier mit ihrer Leistungs sehr zurfrieden. 295 Ringe standen für sie zu Buche, welche sie mit dem Gesamtergebnis von 578 Ringen noch auf Rang 22 brachten. Die Goldmedaille sicherte sich Jingjing Zhang (China).
 
Zwei Starter hatte Bayern im Aufgebot der Männer mit der Freien Pistole. Michael Heise startete mit 96 Ringen in der ersten Serie verheißungsvoll, patzte dann leider in Serie 3 mit 84 Ringen und kam trotzdem noch auf 549 Zähler, die in der Endabrechnung Rang 37 bedeuteten. Philipp Grimm hingegen kam etwas schwer in den Wettkampf. Mit ausbaufähigen 89 Ringen schoss er an, steigerte sich dann aber enorm und lag bis zur fünften Serie aussichtsreich auf Finalkurs. Auch in die letzte Serie startete der Volkacher mit einer glatten Zehn, doch dann riss die Erfolgssträhne. Es folgten nur noch Achter und Neuner, sodass mit 554 Ringen letztendlich Rang 19 heraussprang. Trotzdem eine sehr gute Leistung! Die Goldmedaille holte der Koreaner Jongoh Jin.
 
Eine sensationelle Leistung zeigte Maximilian Dallinger in seinem ersten Weltcupwettbewerb im Liegendkampf. Mit 628,6 Ringen schaffte er den Finaleinzug auf Vorkampfplatz 2. Maxi startete nervös mit einer 9,4 ins Finale, die ihn vorübergehend auf den letzten Platz schob. Doch dann gab er Gas, rückte sogar zwischenzeitlich bis auf Rang 4 vor, bevor ihn eine weitere Neun wieder einige Ränge kostete. Eine 9,8 im 18. Finalschuss bedeuteten dann das knappe Aus auf Rang 5. Eine Spitzenleistung des jungen Sportpolizisten bei seinem ersten Weltcupstart. Hut ab! Michael Janker kam mit 621,1 Ringen auf Rang 44. Zwei 102er-Serien vermasselten ihm eine bessere Platzierung. Gold ging an Jonghyun Kim (Korea).
 
Christian Reitz wurde mit der Olympischen Schnellfeuerpistole einmal mehr seinem Ruf als Medaillengarant gerecht. In den zwei Qualifikationsrunden hatte er 286 Ringe gesammelt und war damit als Vierter ins Finale der besten Sechs eingezogen. Dort reichte es zwar nicht für den obersten Stockerlplatz, aber die Bronzemedaille war mit 25 Hits allemal drin. Herzlichen Glückwunsch! Top! Gold sahnte der Franzose Jean Quiquampoix ab.
 
Selina Gschwandtner war im Qualifikationswettkampf KK 3x20 nicht zu schlagen! Ihren 197 Ringen im Knieend-Anschlag legte sie im Liegen 198 Ringe nach und schoss dann mit 195 im Stehen aus. Ihre insgesamt 590 Ringe sind eine Weltklasse-Leistung! Selina kam dann auch recht gut ins Finale. Es fielen zwar einige Neuner mehr, als noch im Vorkampf, allerdings ging es ihren Konkurrentinnen auch nicht besser. Einzig Snjezana Pejcic (Kroatien) schoss nahezu fehlerlos und erarbeitete sich im Laufe des Finalwettkampfs einen enormen Vorsprung. Schnell war klar, dass ihr an diesem Tag der Sieg nicht zu nehmen sein würde. Hinter ihr gab es aber enge Duelle und Selina schob sich immer näher an die Medaillenränge heran. Auf Rang 2 angelangt, schaffte sie es sogar noch, sich mit 455,4 Ringen einen kleinen Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen zu erarbeiten. Silber für Selina Gschwandtner! Super Leistung, herzlichen Glückwunsch! Das sehr gute deutsche Abschneiden komplettierte ihre DSB-Teamkollegin Jolyn Beer auf dem Bronzerang.
 
In Schlagdistanz präsentierten sich auch unsere Luftpistolen-Männer. Sowohl Philipp Grimm als auch Michael Heise lagen sogar geraume Zeit auf Finalkurs. Philipp hatte mit 99 Ringen hoh angeschossen und Michael gelang in Serie 2 sogar die volle Ausbeute von 100 Ringen. Leider reichte es für beide im Endranking dann nicht ganz für die Finalteilnahme. Philipp Grimm wurde mit 579 Ringen 17, Michael Heise mit 578 Ringen 20. Alexander Kindig hatte in der MQS-Wertung geschossen, die er mit 572 Ringen und Rang 4 abschloss. Gold holte der Ukrainer Pavlo Korostylov.
 
Am letzten Tag standen noch zwei Wettbewerbe aus. Den Anfang machten die Frauen mit der Luftpistole. Leider hat es für Sandra Reitz nicht ganz zum Finaleinzug gereicht. Nach längeren gesundheitlichen Problemen reichte die körperliche Fitness noch nicht ganz aus. Der zollte sie in der letzten Serie Tribut, in der "nur noch" 93 Ringe heraussprangen. So fehlten ihr mit 381 Ringen drei Zähler auf den Finalplatz. Dennoch eine sehr gute Leistung, auch wenn es im Endranking "nur" Platz 24 wurde. Sie war damit allemal die beste deutsche Starterin. Auch Carina Wimmer kann mit ihrer Leistung von 373 Ringen in der MQS-Wertung zufrieden sein. Die Goldmedaille gewann Anna Korakaki aus Griechenland.
 
Für den letzten Knaller dieses Weltcups sorgte einmal mehr Maximilian Dallinger. In der Königsdisziplin KK 3x40 schaffte der junge Sportpolizist mit 1176 Ringen erneut den Finaleinzug. In der stark besetzten Konkurrenz, mit drei olympischen Medaillengewinnern des Vorjahrs, gelang es Maxi im Kiend- und Liegendanschlag gut mitzuhalten und rangierte auf mittleren Plätzen. Dreimal die 8,9 in den zehn Stehend-Schüssen, beförderten ihn auf den siebten Rang. Beachtlich war jedoch, dass es ihm gelang, sich nach den schwächeren Schüssen wieder ins Match zurückzukämpfen. Maxi Dallinger schoss mit einer 10,3 und einer 10,5 aus. Ein grandioser Erfolg für den Zwanzigjährigen! Für Michael Janker reichte es nicht ganz bis ins Finale. Ihm fehlten zwei Ringe auf den letzten Finalplatz. Dabei wären diese durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, zumal er sich im Stehendanschlag eine 93er-Serie leistete. Dennoch eine sehr gute Leistung für den jungen Mann. Er wurde mit 1174 Ringen 15. Die letzte Goldmedaille dieses Weltcups sicherte sich der Franzose Alexis Raynaud.
 
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie auf den Seiten der ISSF
Außerdem sendet das ISSF-Fernsehen Livestreams von den Finals.
Am Wochenende werden die Finals zudem live im neuen Olympic Channel des IOC übertragen.
 
Finalzeitplan:
 
Freitag, 19. Mai
13.30 Uhr, Luftgewehr Männer (Michael Janker, Maximilian Dallinger)
17.00 Uhr, Luftgewehr Frauen (Selina Gschwandtner)
 
Samstag, 20. Mai
11.15 Uhr, Freie Pistole Männer (Michael Heise, Philipp Grimm)
13.30 Uhr, Sportpistole Frauen (Monika Karsch)
 
Sonntag, 21. Mai
11.30 Uhr, Liegendkampf Männer (Michael Janker, Maximilian Dallinger)
16.00 Uhr, Schnellfeuerpistole (Christian Reitz)
 
Montag, 22. Mai
11.30 Uhr, Dreistellungskampf Frauen (Selina Gschwandtner)
13.15 Uhr, Luftpistole Männer (Michael Heise, Philipp Grimm)
 
Dienstag, 23. Mai
12.15 Uhr, Luftpistole Frauen (Sandra Reitz)
13.30 Uhr, Dreistellungskampf Männer (Michael Janker, Maximilian Dallinger)
 
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. Mai 2017 14:27 Uhr