Ulrike Übelacker-Kühn
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Junioren-WM Gewehr, Pistole und WM Target Sprint mit 13 BSSB-Sportlern

bssb Weltmeisterschaften_Suhl
 
Bei den beiden Heim-Weltmeisterschaften, die vom 22. bis 29. Juni im thüringischen Suhl stattfinden, werden 13 bayerische Sportler an den Start gehen. Im Starterfeld der Target-Sprint-Weltmeisterschaft kämpfen Alfred Schmatz, Edith Buschsieweke, Annika Kroiß, Kristina und Thomas Haslinger, Theresa Detterbeck, Anita Flack, Tino Hopfe und Korbinian Sauter um Treffer und Sekunden. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften Pistole treten Lea Kleesattel, Andrea Heckner, Lisa Schnaidt und Aleksandar Todorov an.
 
Leider hat kein BSSB-Gewehrschütze einen Startplatz ergattern können.
 
Weltmeisterschaft Target Sprint
Die ISSF trug zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft in der Disziplin Target Sprint aus und an die 80 Athleten aus zehn Nationen stellten sich erstmals dem internationalen Vergleich im thüringischen Suhl. Neun Athleten aus Bayern hatten in der internen nationalen Ausscheidung einen Startplatz für diesen Spitzenwettkampf ergattert, und somit standen auch die Chancen auf Finalteilnahmen und gute Platzierungen nicht schlecht. Dass unsere Sportler dann aber gleich mit drei Weltmeister-, zwei Vizeweltmeistertiteln und zwei Bronzemedaillen die Heimreise antreten würden, war schon eine kleine Sensation. Dies zeugt von der hervorragenden Trainingsarbeit in unseren bayerischen Vereinen und ist im wahrsten Sinne des Wortes "Weltklasse".
 
Anit Flack (Kgl. priv. HSG München) ist zweifache Weltmeisterin! Im Einzelrennen der Frauen ließ sie ihren Konkurrentin keine Chance und überquerte die Ziellinie als Erste mit einem Vorsprung von über acht Sekunden. Tags darauf sicherte sie sich mit ihren Teamkolleginnen Jana Landwehr und Madlen Guggenmoos den zweiten Weltmeistertitel im Frauen-Team "Germany I" bei den Staffelrennen.
 
Einen Zweifacherfolg feierte auch die Juniorin Annika Kroiss (Vorwaldschützen Renholding). Im Einzelrennen der Juniorinnen musste Annika nur Madlen Guggenmoos passieren lassen und wurde Vizeweltmeisterin! Im Staffelrennen unterstützte Annika Kroiss dann das Team "Germany II" in der Frauen-Staffel und gewann zusammen mit Kerstin Veronika Schmidt und Lilith-Sophi Grupe erneut den Vize-Weltmeistertitel.
 
Der dritte Bayer "im Bunde", der mit zwei Medaillen nach Hause reiste, ist Korbinian Sautter (Kgl. priv. HSG München). Im Einzelrennen bei den Männern fehlten ihm nur sieben Sekunden auf Rang 1 und eine Sekunde auf Rang 2. Auf dem Bronzerang komplettierte er das Siegerehrungstreppchen. Und bei den Staffelrennen reichte es zusammen mit Sven Müller und Michael Her sogar für den Weltmeistertitel. Auch das war eine sensationelle Leistung!
 
Die grandiose Ausbeute der bayerischen Target-Sprint-Athleten komplettierte die Bronze-Medaille von Thomas Haslinger (Vorwaldschützen Renholding), die er zusammen mit Anja Maria Fischer in der Mixed-Team-Staffel gewann.
 
Herzlichen Glückwunsch allen Target-Sprint-Athleten zu ihren phantastischen Leistungen bei dieser Weltmeisterschaft!
 
 
Junioren-Weltmeisterschaft Gewehr und Pistole
 
Die Weltmeisterschaftswettbewerbe starteten am Samstag in Suhl mit den KK-Liegendkämpfen der Juniorinnen und Junioren, bei denen die deutschen Starter sowohl in den Einzel- als auch Mannschaftswettbewerben abgeschlagen im Mittelfeld landeten. Einzig Florian Peter (Hessen) gelang es mit der nicht-olympischen Standardpistole (es wurde kein Finale geschossen), die Silbermedaille zu gewinnen.
 
Am Sonntag waren dann erstmals auch die bayerischen Mädels und Jungs am Start. Im Luftpistolen-Wettkampf der Junioren feuerten die bayerischen Schlachtenbummler Aleksandar Todorov an. Allerdings kam der junge Junioren-Europameister von 2015 mit 93 Ringen in Serie 1 etwas schleppend in den Wettkampf, und auch in Serie 2 lief es mit der gleichen Ringausbeute nicht besser. Zwischenzeitlich hatte ihn die Ergebnisanzeige bis auf Plätze jenseits der 60 verschlagen, doch dann rappelte er sich noch etwas auf und landete in der Endabrechnung mit insgesamt 566 Ringen auf Rang 31. In der Team-Wertung wurde es für die deutsche Mannschaft Rang 7.
 
Nicht besser lief es für die Luftpistolen-Mädels. Lea Kleesattel schoss mit 94 Ringen an, legte zwei 93er-Serien nach und schoss mit 92 Ringen aus. Ihre insgesamt 372 Ringe bedeuteten (ebenso wie bei Aleksandar) Rang 31. Damit war sie allerdings beste deutsche Teilnehmerin. Andrea Heckner erwischte es da noch schlimmer. Ihre 90 Ringe in Serie 1 zeugten doch von einiger Nervosität. Doch dann fing sich die junge Schützin und schoss mit 95 und 96 Ringen durchaus stark auf. Doch ihre 85 Zähler in Serie 4 schleuderten sie von guten Plätzen im ersten Drittel dann auf Rang 70. In der Teamwertung erreichte das deutsche Trio Rang 18.
 
Neuer Tag neues Glück! Am Montag Morgen startete Aleksandar Todorov mit der Freien Pistole in seinen zweiten Weltmeisterschafts-Wettkampf. Und es lief so richtig gut für ihn! Mit 555 Ringen qualifizierte er sich auf Vorkampfplatz 3 für das Finale. Dort war aber dann relativ zeitig Endstation. Nach einer Sieben und einer Acht in der ersten Fünferserie und drei Achtern in der zweiten rettete sich Aleksandar zwar noch auf Rang 7, schied dann aber aus. Weltmeister wurde der Chinese Zjejao Wang. Zusammen mit seinen Team-Kollegen Robin Walter und Glenn-Niklas Simmank gewann Aleksandar allerdings den Vize-Weltmeistertitel in der Teamwertung! Herzlichen Glückwunsch!
 
Am letzten "offiziellen Wettkampftag" (am Dienstag sind noch die Mixed-Team-Wettbewerbe angesetzt, die aber nur als Rahmenprogramm gelten) versuchten sich Lea Kleesattel und Lisa Schnaidt mit der Sportpistole in der internationalen Konkurrenz zu behaupten. Nach dem Präszisionsteil mussten die beiden aber noch gehörig aufholen. Bei Lea Kleesattel war es zunächst gar nicht schlecht gelaufen. Bei den 30 Präzisionsschüssen war nur eine Acht dabei, allerdings waren bei den restlichen 29 Schuss die Neuner in der Überzahl, sodass in der Summe 283 Ringe für sie zu Buche standen, welche den einstweiligen Rang 31 bedeuteten. Auch Lisa Schnaidt kam gut in den Präszisionswettkampf. Nach 94 Ringen in Serie 1 und sehr guten 96 Ringen in Serie 2 beamten sie allerdings zwei Achter und ein Siebener in Serie 3 (90 Ringe) auf den einstweiligen Rang 40. Jetzt galt es für die beiden jungen Damen, im Duellteil aufzuholen! Lea Kleesattel startete mit ausbaufähigen 85 Ringen in die Schnellfeuerserien, steigerte sich auf 92- und 96-Ring-Serien und landete in der Endabrechnung mit insgesamt 556 Zählern auf Rang 42. Noch ein bisschen weiter hinten im Klassement reihte sich Lisa Schnaidt ein. In der ersten Präszisionsserie brachte sie nur neun Schuss auf die Scheibe (79 Ringe), schickte dann aber eine starke 95er-Serie hinterher. In Serie 3 traf sie abschließend 92 Ringe und kam somit mit insgesamt 546 Ringen auf den 57. Platz.
 
Unser frischgebackener Team-Vizeweltmeister Aleksandar Todorov hatte abschließend noch eine Chance auf eine weitere Medaille in der Konkurrenz der Sportpistolen-Junioren. Da die Sportpistole bei den Jungs nicht olympisch ist, wurde hier kein Finale geschossen. Allerdings hätte es auch bei Weitem zu keiner Finalteilnahme gereicht. Im Präzisionsteil sammelte Aleksandar 286 Ringe und befand sich damit noch in "Schlagdistanz". Ausbaufähige 280 Ringe im Schnellfeuer (insgesamt 566) schoben den HSG-München-Schützen dann ins Mittelfeld auf Rang 35.
 
So bleibt die Ausbeute von einer bayerischen Team-Medaille und einer Finalteilnahme doch eher mager. Mit insgesamt drei Silbermedaillen (Florian Peter, Standardpistole Einzel; Anna Janssen, Luftgewehr Einzel; Freie Pistole Mannschaft) und einer Bronzemedaille (Luftgewehr Juniorinnen Mannschaft) in den 26 Wertungen reihte sich das Team des Deutschen Schützenbundes auf Platz 13 des Medaillenspiegels ein. Es gibt viel zu tun...
 
 
 
Livestreams, Ergebnisse und Fotos gibt es auf den Seiten der ISSF.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 28. Juni 2017 12:25 Uhr