Ulrike Übelacker-Kühn
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Legaler Waffenbesitz rückläufig – GRÜNE fordern Verschärfung des Waffenrechts

bssb Waffenrecht
 
Am 22. Januar 2013 stellte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Bayerischen Landeskriminalamt im Rahmen einer Pressekonferenz die aktuelle Waffenstatistik vor. Der Staatsminister hatte gerade mitgeteilt, dass im Laufe des vergangenen Jahres der legale Waffenbesitz um 50000 Waffen reduziert werden konnte, da forderte die innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der GRÜNEN, Susanna Tausendfreund, prompt eine Verschärfung des Waffenrechts. Neben dem obligatorischen Verbot aller großkalibrigen Waffen sieht die Politikerin die Lösung in einer Lagerung der Waffen „außerhalb des privaten Haushalts".
 
1. Landesschützenmeister Wolfgang Kink entgegnete in einem Interview mit dem Münchner Merkur: „Wir haben rund 4700 Schützenverein in Bayern. Würde man bei allen einen Aufbewahrungsraum aus Spezialbeton – mit Sicherheitstüren und einer Alarmanlage bauen – wären die Sportfördermittel für die nächsten 100 Jahre weg. Außerdem wären solche Bunker ein lohnendes Ziel für kriminelle Elemente zur Beschaffung einer Vielzahl von Schusswaffen. Ebenso wandte sich Wolfgang Kink gegen die ebenfalls vorgetragene Forderung, nach verdachtsunabhängigen Kontrollen durch die Landratsämter und die kreisfreien Städte: „Der Schutz der Wohnung ist im Grundgesetz verankert. Wir Sportschützen haben nichts zu verbergen. Aber wir wollen, dass sich Verwaltungsangestellte anmelden wie der Kaminkehrer. In jedem Fall täte der Diskussion mehr Sachverstand und weniger Populismus gut!"
 
Der Landesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, äußerte sich unmittelbar nach der Pressekonferenz, dass eine Notwendigkeit der Verschärfung des Waffenrechts nicht bestehe. Stattdessen müssten junge Menschen wieder mehr in die Vereine eingebunden werden, wo sie erfahren, dass sie gebraucht werden.
 
Die aktuelle Waffenstatistik weist zum Abfragestichtag 31. Dezember 2012 in Bayern 288057 Waffenbesitzer mit rund 1,15 Millionen Schusswaffen aus. Das waren rund 7000 Personen und 50000 Schusswaffen weniger als bei der letzten Erhebung Ende 2010. „Der Waffenbesitz in Bayern ist somit weiter rückläufig," wusste Bayerns Staatsminister des Innern Joachim Herrmann. „Ein Grund ist, dass die bayerischen Waffenbehörden auch 2011 und 2012 konsequent von den Waffenbesitzern Nachweise zur sicheren Aufbewahrung eingefordert und auch stichprobenartig vor Ort kontrolliert haben. Oftmals gaben vor allem Besitzer von Erb- und Altbesitzwaffen daraufhin ihre Waffen freiwillig ab." Seit April 2009 hat sich die Zahl der Waffeninhaber und Schusswaffen in Bayern um rund 20 Prozent verringert.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 23. Januar 2013 11:18 Uhr