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Der Bayerische Sportschützenbund trauert um sein Landesehrenmitglied Jürgen Sostmeier

Mit großer Trauer nimmt der Bayerische Sportschützenbund Abschied von seinem ehemaligen stellvertretenden Landesschützenmeister und Landesehrenmitglied Hans-Jürgen Sostmeier, der am 3. Juni im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert das bayerische und deutsche Schützenwesen eine herausragende Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem Engagement, großer Fachkompetenz und tiefer Menschlichkeit die Entwicklung des Schießsports maßgeblich geprägt hat.

Hans-Jürgen Sostmeier wurde am 16. Februar 1950 in Osnabrück geboren. Nach seiner Schulzeit führte ihn sein Weg an die Universität Regensburg, wo er Lehramt für Gymnasien in den Fächern Erdkunde und Englisch studierte. Von 1980 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2015 war er als Lehrer am Willibald-Gluck-Gymnasium in Neumarkt tätig, zuletzt als Mitglied der Schulleitung.
Doch nicht nur beruflich lag Hans-Jürgen Sostmeier die Förderung der Jugend und die Wissensvermittlung am Herzen. Beim Bayerischen Sportschützenbund unterstützte er viele Jahre die Aus- und Weiterbildungsseminare nachhaltig als versierter Referent. 
So wurde seine prägendste Wirkungsstätte das Schützenwesen. Nach seinem Eintritt in den Schützenverein Tannenwald Berngau im Jahr 1987 begann eine außergewöhnliche ehrenamtliche Laufbahn. Noch im selben Jahr übernahm er das Amt des 1. Schützenmeisters und führte den Verein zwölf Jahre lang mit großem Erfolg. Schnell wurde deutlich, dass er nicht nur organisatorisches Geschick, sondern auch die Fähigkeit besaß, Menschen zusammenzuführen und zukunftsorientierte Entwicklungen anzustoßen.
1993 wechselte er als 1. Gauschriftführer in die Führung des Schützengaus Altdorf-Neumarkt-Beilngries, dessen Geschicke er ab 1996 als 1. Gauschützenmeister über viele Jahre hinweg lenkte. Auch in dieser Funktion blieb er stets nah an den Vereinen und den Menschen vor Ort. Diese Bodenständigkeit und seine tiefe Verbundenheit zur Basis zeichneten ihn während seiner gesamten Laufbahn aus.
1999 wurde Hans-Jürgen Sostmeier in das Landesschützenmeisteramt des Bayerischen Sportschützenbundes gewählt. Zunächst als Landesschriftführer, später als stellvertretender Landesschützenmeister prägte er die Arbeit des Verbandes bis 2019 entscheidend mit. Gleichzeitig vertrat er Bayern von 2011 bis 2019 im Gesamtvorstand des Deutschen Schützenbundes.
Mit großem Sachverstand, diplomatischem Geschick und einem feinen Gespür für die Anliegen der Vereine setzte er sich unermüdlich für die Interessen des Schützenwesens ein. Sein Rat war gefragt – bei Vereinen ebenso wie bei Verbänden, Behörden und politischen Entscheidungsträgern. Dabei verlor er nie den Blick für das Wesentliche: die Menschen hinter dem Sport. 
Besonders wichtig war ihm die Nachwuchsarbeit. Früh erkannte er, wie bedeutend moderne und attraktive Angebote für junge Menschen sind. Disziplinen wie Lichtschießen oder Bogensport unterstützte er mit großer Überzeugung, um Kindern und Jugendlichen frühzeitig den Zugang zum Schützenwesen zu ermöglichen.
Nicht vergessen dürfen wir an dieser Stelle sein herausragendes Engagement als Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesstelle für den Schulsport. In dieser Funktion führte er die Bayerischen Schulmeisterschaften im Bogenschießen ein und war immer selbst vor Ort, um den Schülerinnen und Schülern zu ihren Leistungen zu gratulieren. Hans-Jürgen Sostmeier ebnete zudem den Weg für die Schulsport-AGs und den Einzug der Bogendisziplin in „Sport nach Eins”.
Seine ehrenamtliche Kraft setzte Hans-Jürgen Sostmeier nicht nur im Bayerischen Sportschützenbund ein. Schon in jungen Jahren hatte er sich als Handballschiedsrichter, Trainer und Lehrwart engagiert. Daneben leitete er die Theatergruppe der Pfarrgemeinde Berngau und brachte sich in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen ein. Wo Verantwortung übernommen werden musste, war Hans-Jürgen Sostmeier zur Stelle – verlässlich, besonnen und mit großer Leidenschaft.
Hans-Jürgen Sostmeier verstand das Ehrenamt nicht als Aufgabe, sondern als Haltung. Über Jahrzehnte investierte er unzählige Stunden seiner Freizeit in Vereine, Verbände und die Gemeinschaft. Unterstützt wurde er dabei stets von seiner Familie, insbesondere von seiner 2015 verstorbenen Ehefrau Gabriele, der er selbst großen Anteil an seinem Wirken zuschrieb.
Für seine herausragenden Verdienste wurde Hans-Jürgen Sostmeier vielfach ausgezeichnet. Der Deutsche Schützenbund verlieh ihm ebenso die Ehrenmitgliedschaft, wie der Bayerische Sportschützenbund, der Schützenbezirk Mittelfranken und der Schützengau Altdorf-Neumarkt-Beilngries.  Eine besondere Würdigung seines jahrzehntelangen Engagements erhielt er schließlich mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Mit Hans-Jürgen Sostmeier verliert das Schützenwesen einen leidenschaftlichen Gestalter, einen klugen Vermittler und einen Menschen, der mit großem Herzen und unermüdlichem Einsatz wirkte. Sein Name wird untrennbar mit der Entwicklung des Bayerischen Sportschützenbundes verbunden bleiben.