Trauer um Staatsminister Hubert Aiwanger

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nimmt der Bayerische Sportschützenbund Abschied von Hubert Aiwanger. Der stellvertretende Bayerische Ministerpräsident, Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler ist am 4. November 2026 im Alter von 55 Jahren verstorben. Mit ihm verliert das bayerische Schützenwesen einen engagierten Unterstützer, einen verlässlichen Fürsprecher und einen geschätzten Schützenkameraden, der sich über viele Jahre mit Nachdruck für die Anliegen unserer Vereine und des Verbandes eingesetzt hat.

Hubert Aiwanger wurde am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach geboren. Nach einem Studium der Landwirtschaft führte ihn sein beruflicher und politischer Weg von Niederbayern in die Landespolitik. 

Hubert Aiwanger war ein Politiker, der den direkten Kontakt suchte. Er wollte wissen, was die Menschen vor Ort bewegt, wo sie Unterstützung benötigen und welche Herausforderungen sie bewältigen müssen. Das galt in besonderem Maße auch für die Schützinnen und Schützen in Bayern. Bei Schützentagen, Vereinsjubiläen, Schützenfesten und Böllerschützentreffen war er regelmäßig präsent. Dabei blieb es nicht bei Grußworten und offiziellen Begegnungen: Er nahm sich Zeit für Gespräche, hörte zu und interessierte sich für die Arbeit an der Basis. Die Sorgen und Anliegen der Vereine waren ihm vertraut – und er war bereit, sich ihrer anzunehmen.

Ein Schwerpunkt seines Engagements galt den Interessen der legalen Waffenbesitzer. Bei der Diskussion um das Waffenrecht vertrat Hubert Aiwanger eine klare Haltung: Sportschützen, Jäger und andere zuverlässige Waffenbesitzer dürften nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Dabei war ihm wichtig, die besonderen Anforderungen des Schießsports ebenso zu berücksichtigen wie die ehrenamtliche Struktur der Schützenvereine.

Dass Anliegen nicht nur aufgenommen, sondern auch schnell und unbürokratisch aufgegriffen wurden, zeigte sich immer wieder in der Zusammenarbeit. So setzte er sich als zuständiger Fachminister dafür ein, dass auf der Olympia-Schießanlage Garching der Wiederbeschuss von Böllern ermöglicht wurde, ebenso für die Aufnahme des Büchsenmacherhandwerks in die Handwerksrolle.

Hubert Aiwanger sah im Schützenwesen weit mehr als die Ausübung einer Sportart. Für ihn waren die Schützenvereine ein wichtiger Bestandteil der bayerischen Kultur und des gesellschaftlichen Lebens. Immer wieder würdigte er sie als eine Säule der bayerischen Staatskultur. Denn in den Vereinen verbänden sich sportlicher Ehrgeiz, Tradition und Brauchtum mit Kameradschaft, Verantwortung und einem lebendigen Miteinander. Hier würden Werte vermittelt, junge Menschen gefördert und Gemeinschaft über Generationen hinweg gelebt.

Hubert Aiwanger begegnete den Schützinnen und Schützen mit Interesse und Anerkennung. Gerne griff er dabei auch selbst zum Gewehr, probierte sportliche Disziplinen aus oder stellte sich dem Schuss auf eine Ehrenscheibe. Solche Begegnungen machten deutlich, dass er sich dem Schützenwesen persönlich verbunden fühlte.

Besonders am Herzen lag Hubert Aiwanger die Förderung des Ehrenamts. Er wusste, wie viel Zeit, Kraft und persönlicher Einsatz in den Vereinen geleistet werden – häufig ganz selbstverständlich und im Hintergrund. Ohne die vielen freiwillig Engagierten, die Trainings organisieren, Veranstaltungen auf die Beine stellen, die Jugendarbeit betreuen und das Vereinsleben gestalten, wäre das bayerische Schützenwesen in seiner heutigen Vielfalt nicht denkbar. Deshalb machte er sich auch für eine angemessene Vereinsförderung stark.

Dass ihm die Unterstützung der Schützenvereine ein persönliches Anliegen war, zeigte sich nicht zuletzt durch konkrete Gesten. So löste er beispielsweise sein Versprechen ein und spendierte den Sportschützen in Zwiesel anlässlich ihres 40-jährigen Vereinsjubiläums eine neue Vereinsfahne. Ein Zeichen, das weit über seinen materiellen Wert hinausging und die Verbundenheit mit dem örtlichen Vereinsleben zum Ausdruck brachte.

1.Landesschützenmeister Christian Kühn äußerte sich tief betroffen: „Mir wird vor allem in dankbarer Erinnerung bleiben, wie selbstverständlich und mit welch großer Herzlichkeit Hubert Aiwanger den Kontakt zu uns Schützen pflegte und wie nachdrücklich er sich für unsere Interessen einsetzte. Seine Unterstützung, seine Offenheit und sein Einsatz haben Spuren hinterlassen. Wir verlieren einen wichtigen Wegbegleiter und einen Freund des bayerischen Schützenwesens.“ 

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden. Wir wünschen ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft und Trost.